Rösti, Kroketten oder Pommes frites gehören zu den Stars unter den Kartoffelgerichten. Ob pur oder als Beilage zu Fleisch- und Gemüsegerichten, ihr Geschmack ist unvergleichlich und bereichert jedes Gericht. Obwohl der Konsum von Kartoffeln in den letzten Jahren rückläufig ist, ist die Knollenfrucht nach wie vor eines der wichtigsten Nahrungsmittel in der Schweiz. Gemäss der Statistik von "Statista" lag 2012 der Inlands-pro-Kopf-Verbrauch bei 45.5 kg Kartoffeln pro Jahr. Damit sind Kartoffeln elementarer Bestandteil unserer Ernährung.

Hygienische Transport- und Lagerbehälter

Einer der führenden Hersteller von Tiefkühl-, Kühl- und Frischprodukten in der Schweiz ist die Frigemo-Gruppe, die aus Kartoffeln wahre Spezialitäten macht. Für die Herstellung und Lagerung der Produkte braucht das Unternehmen zu seinen modernen Anlagen und Lagerräumen auch Behälter mit besonderen Massen für den Inhouse-Transport und die Einlagerung. Lange Zeit nutzten die Kartoffelspezialisten Paloxen aus Holz, die allerdings den hygienischen Vorstellungen in der Lebensmittelproduktion nicht mehr genügen. Doch der Ersatz durch hygienisch einwandfreie Kunststoffpaloxen war keineswegs einfach, da es für die gewünschten Einsatzbereiche keine Behälter mit den notwendigen Massen gab. "Wir hätten kleinere Paloxen mit Standardmassen nehmen können, doch damit wäre nur die Hälfte des Volumens der Holzpaloxen erreichbar gewesen. Infolgedessen hätte sich die Anzahl der Paloxen verdoppelt. Die Befüllung bliebe gleich schnell, aber wir könnten nur halb so viel einfüllen, sodass ale Paloxenbewegungen in Produktion und Logistik mit zu hohem Aufwand verbunden wären. Auch Paloxen in Industriemassen sind ungeeignet für uns, da wir unsere Logistik und die Lager darauf hätten anpassen müssen. Für uns war also das Euromass richtig, jedoch mit einem grösseren Volumen. Deshalb haben wir einfach höhere Kunststoffpaloxen gebraucht", erläutert Florian Hummel, Projektleiter Engergie/Umwelt bei Frigemo.

Sonderanfertigung aus Standardmassen

So wandten sich die Verantwortlichen an die Georg Utz AG in Bremgarten und erarbeiteten gemeinsam eine Lösung. Das Ergebnis sind Paloxen mit den gewünschten Massen 1'200 x 800 x 1'115 mm. "Die Paloxen für Frigemo mussten eine bestimmte Höhe aufweisen. Doch in dem notwendigen Grundmass 1'200 x 800 mm haben wir nur zwei relativ niedrige Standardbehälter im Programm. So fertigten wir einen Prototypen an, indem wir bei einer Paloxe mit 600 mm Höhe das Bodenteil absägten und auf eine Paloxe mit 780 mm Höhe schweissten. Damit entstand ein neues Produkt, das die gewünschte Höhe von 1'115 mm aufwies", erklärt Bruno Schmid, Leiter Marketing Services bei Utz Schweiz.

Hohe Anforderungen erfüllen

Die Masse waren nicht das einzige, was die Behälter erfüllen mussten. Für den Einsatz im Lebensmittelbereich sind auch die Lebensmitteltauglichkeit sowie hohe Standfestigkeit und Stabilität zwingend erforderlich. Der Behälterspezialist stellt die Paloxen aus stabilem Polyethylen her, das sich durch leichte Reinigbarkeit und hohe Stabilität auszeichnet. Zudem müssen die Behälter Temperaturschwankungen von -28 bis +50 °C aushalten. Dazu kommt noch die Stapelbelastung (sechs Behälter auf dem untersten stehend), die bei einer maximalen Befüllung der Behälter eine Auflast von 2'000 kg ergibt. "Die spezielle Paloxenanfertigung erfüllt unsere hohen Anforderungen und hat damit unseren Erwartung bisher optimal entsprochen", sagt Hummel.

Moderne Waschanlage für Spezialanfertigung

Für die Reinigung der Paloxen brauchte der Kartoffelspezialist eine Waschanlage. "Doch wegen der Spezialmasse der Paloxen konnten wir keine Standardwaschanlage installieren lassen. So mussten wir eine Anlage entwickeln lassen, die für unsere Behälter geeignet ist", so der Projektleiter. Je nach Verschmutzung können Mitarbeiter aus verschiedenen Programmen das passende wählen. Die Waschtemperatur liegt zwischen 50 bis 60 °C. Damit sich organische Verschmutzungen wie Eiweiss, Stärke und Fett entfernen lassen, nutzen die Kartoffelspezialisten geeignete Reinigungsmittel. "Obwohl wir für die Paloxen Inliner verwenden und unsere Produkte damit keinen direkten Kontakt zu den Paloxen haben, ist es uns wichtig, dass die Behälter absolut sauber sind", so der Projektleiter. Damit die Paloxen austrocknen können, schliessen sich an die Waschzone eine Trocknungszone sowie eine lange Puffer- und Nachtrocknungszone an. Die Lüftung der Pufferzone ist so eingestellt, dass sie die Abärme der Waschanlage nutzen kann.

Schäden beseitigen

Wie bei allen Gebrauchsgegenständen kommt es auch bei den Kunststoffpaloxen im Laufe der Zeit zu Gebrauchsspuren. "Wir haben die Behälter jetzt seit November 2013 im Einsatz. Durch die Benutzung kommt es schon mal vor, dass eine Kufe abbricht oder andere Schäden auftreten. So haben wir unsere Werkstatt, in der wir früher die Holzpaloxen reparierten, auf die Kunststoffbehälter umgerüstet und können diese jetzt auch reparieren", erläutert der Fachmann.

Da die Spezialanfertigung auch ihren Preis hat, sollten die Paloxen auch eine lange Einsatzzeit haben. "Wir streben eine Lebensdauer von fünf Jahren an. Je länger jedoch eine Paloxe den Ansprüchen stand hält, umso besser. Bisher sind wir mit den Behältern sehr zufrieden und haben unsere Entscheidung für Utz Paloxen nicht bereut", sagt Florian Hummel.

Text: Lebensmittel-Technologie, Ausgabe 01-02/2015