Die Georg Utz GmbH ist Hersteller von Lager- und Transportbehältern, Paletten, Werkstückträgern und technischen Teilen aus wiederverwertbarem Kunststoff. Der Betrieb in Schüttorf ist die deutsche Niederlassung der Schweizer Georg Utz Holding AG in Bremgarten. Die Utz Gruppe hat Niederlassungen in Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich, UK, Polen, USA und China. Sie beschäftigt weltweit derzeit etwa 1000 Mitarbeiter, davon allein rund 500 in Schüttorf.

Am Standort Schüttorf, den es seit dem Jahr 1971 gibt. wurde im vergangenen Jahr ein Bruttoumsatz von 112 Millionen Euro erzielt. "Wir haben deutlich mehr als zehn Prozent zugelegt", sagt Geschäftsführer Rüdiger Köhler zu den Umsatzzahlen. Dieses Niveau soll in diesem Jahr gehalten werden.

Nach den Worten von Köhler sind 16,1 Millionen Euro in den Standort Schüttorf investiert worden. Ein grosser Teil davon sind in die Bereiche Spritzgussmaschinen und fahrerlose Transportsysteme geflossen. In diesem Jahr soll eine neue Halle für die Lagerung von Werkzeugen gebaut werden. Derzeit geht man von einer Realisierung in der zweiten Jahreshälfte aus.

Als "nicht ganz einfach" beschreibt Köhler die Suche nach Fachkräften. Bei der Suche nach Auszubildenden ist man jetzt auch neue Wege gegangen. Neben einem "Tag der Auszubildenden", zu dem eine Reihe von Interessierten in das Unternehmen kam, hat Utz auch mit jugendgerechten Flyern auf die Vorzüge einer Ausbildung in der Kunststoffindustrie aufmerksam gemacht. Der Erfolg gibt dem Unternehmen recht. Acht Auszubildende haben bei Utz unterschrieben. Angestrebt wird eine Ausbildungsquote von zehn Prozent der Mitarbeiter, dieser Marke ist man mit derzeit 43 Auszubildenden recht nahe. Die Anzahl der Mitarbeiter insgesamt ist im vergangenen Jahr um 45 angewachsen. Neue Bewerber können auch auf einem Arbeitgebervideo im Internet (www.werde-einer-von-utz.de) einen virtuellen Blick in das Unternehmen in Schüttorf werfen.

Ziel: eine Berufsfachschule Kunststoff

"Es gibt nach wie vor keine Berufsfachschule Kunststoff", berichtet Geschäftsführer Köhler von einem Wunsch der regionalen Kunststoffindustrie. Dafür streite man gemeinsam, sagt Köhler. Ziel sei eine Realisierung im Jahr 2017.

Als grössere Einzelinvestition der jüngeren Vergangenheit sticht auch der Bau und Betrieb eines Blockheizkraftwerkes heraus. Die Anlage, in die 2,6 Millionen Euro investiert worden sind, produziert zwei Megawatt. Das entspricht einer Stromversorgung von rund 4400 Haushalten. Bei Utz in Schüttorf werden mit dem Kraftwerk 40 Prozent der Stromversorgung, 100 Prozent des Wärmebedarfs und 80 Prozent des Kältebedarfs sichergestellt. "Damit sind wir so gut wie autark", freut sich Köhler. Das Blockheizkraftwerk hat in seiner Gesamtheit einen Effizienzgrad von rund 80 Prozent.

Etwas Sorgen bereitet den Kunststoffverarbeitern in Schüttorf die langfristige Rohstoffversorgung. Da in Asien derzeit deutlich höhere Preise zu erzielen sind, gehen die meisten Kunststofflieferungen auch dorthin. Etwas Puffer hat man bei Utz durch Vorratssilos. Hier können 6'000 Tonnen eingelagert werden.

Online-Plattform für Industriekunden

Für Industriekunden hat das Unternehmen Utz jetzt auch eine Online-Plattform eingerichtet. Hier werden neben den vielen Transportlösungen, die das Unternehmen bietet, auch die neuen Kunststoffpaletten präsentiert. Sie sind jeweils mit vier Barcodes und zwei sogenannten RFID-Transpondern ausgestattet. Damit können alle Logistik-Daten erfasst werden. Kunden aus der Konsumgüterindustrie etwa bietet sich die Möglichkeit, jederzeit den Einsatz und die Lieferwege der Paletten zu dokumentieren. Damit will man Kundenwünschen entgegenkommen.

Foto und Text: Grafschafter Nachrichten, 22. April 2015