In Deutschland, meinem Heimatland, vereinen sich Lebensmittelhersteller und -verarbeiter mit Bauunternehmungen und Herstellern von weisser Ware, um Homeshopping weiter in unsere Leben einzubauen. Der bisherige klassische Supermarkt fehlt dabei in dieser Gleichung aber komplett. Neue Hochhäuser werden so konzipiert, dass Lebensmittellieferungen mit automatisierten oder Roboter-Transportsystemen direkt in unsere Wohnungen möglich sind. Dies geschieht durch unterirdische Tunnels oder Versorgungsschächte, auch wenn wir nicht zuhause sind. Die Waren werden mit den "Zauberstab" von Amazon bestellt, der automatisch Elemente auf die Einkaufsliste setzt, wenn der Kühlschrank oder die Vorratskammer langsam leer werden und Nachschub benötigen.

Wie die intuitive Fähigkeit von Prime Pantry, das Innenvolumen einer Box so zu kalkulieren, so dass nur 22 kg Lebensmittel versendet werden, erfordert dieses europäische Modell auch riesige Distributionszentren und hochwertige robuste Kunststoff-Behälter, um die Ware zum Kunden zu transportieren. Dieses wird mit einer weiteren logistischen Option komplettiert, damit der Kunde auch Einkäufe zurückschicken kann, und somit als Resultat: keine Plastiktüten mehr, kein Warten auf die Internetlieferung... und möglicherweise auch keine Supermärkte mehr.

Der Wettbewerb könnte von den Lebensmittelherstellern selber ausgehen. Dies geschieht durch die Positionierung von riesigen Verteilzentren für ihre Markenartikel, die dann direkt, ohne die Handelsstufe Supermarkt, zum Endkunden verschickt werden. Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen, dass diese ihre Lieferung in guter Qualität erhalten und die Bezahlung sicher abläuft.

Dies scheint eine starke Vision zu sein, aber Supermärkte müssen ihr Denken von Grund auf ändern und anpassen. Homeshopping für Produkte des täglichen Bedarfs ist zweifellos die nächste Generation der Internetnutzung. Das Verschwinden des Zwischenhändlers aus dem Handelsprozess wird sich offensichtlich auf den Preis auswirken, den die Kunden für ihren täglichen Einkauf bezahlen... ganz zu schweigen von der künftigen Gestaltung von Städten und Gemeinden.

Text: The Grocer, 24. Mai 2014